Agatha Christie – A murder is announced oder Scherz beiseite


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Ein ominöses Erbe, zwei Morde, Betrug, Bespitzelung, falsche Identitäten … das alles mit viel Sherry serviert … Das konnte nicht länger gut gehen …

Inspektor Cradock wurde gerufen um den Zusammenhang zwischen den Morden und den vielen Persönlichkeiten herauszufinden … „der Fall wird immer mysteriöser“ … da taucht Miss Marple mit ihren hellseherischen Fähigkeiten auf.

Beide versuchen nun mit ihren unterschiedlichen Herangehensweisen, die auch immer wieder zu überraschenden Begegnungen der beiden führen, Licht ins Dunkel der verzwickten Geschichte zu bringen. Alle Krimifreunde kommen mit diesem herzhaften Theaterstück auf ihre Kosten.

Als einen der spannendsten Kriminalromane, die Agatha Christie (1890-1976) geschrieben hat, ist wohl „A murder is announced“ (erschienen 1950) zu bezeichnen. Die erste Verfilmung mit Gracie Fields in der Titelrolle als Miss Marple stammt von 1956. Es folgen 1986 und 2004 Verfilmungen mit Joan Hickson und Geraldine McEwan im britischen Fernsehen. Die Bühnenfassung von 1977 stammt von Leslie Darbon. Ruth Mueller-Eisler übersetzte und bearbeitete das Stück unter dem Titel „Scherz beiseite“ für die deutsche Bühne.  (Verlag deutscher Bühnenschriftsteller und Bühnenkomponisten)

Es spielen:  Christine Hadulla, Peter Hub, Angelika Scheidig, Bettina, Hümmer-Dünninger, Stephanie Felber, Torsten Scheidig, Engin, Secgin, Theodora Thanou, Birgit Wenzel
Regie:  Bernd Lemmerich
Dauer:  ca. 2 Stunden mit Pause

„A murder is announced“ oder „Scherz beiseite“ eignet sich sowohl als Freilichttheater, als auch als aufregendes Abendprogramm auf einer Theaterbühne.

Spannung Garantiert!

Darf es diesmal ein Krimi sein? Das Theater an der Disharmonie präsentierte einen temporeichen und bis zur letzten Minute spannenden Krimi von Agatha Christie in bester englischer Tradition – hinreißend und flott gespielt von der Truppe um Bernd Lemmerich. Ehe der Uhu zum letzten Mal rief, passierte eine ganze Menge.

In einem Kaminzimmer treffen sich viele Gestalten, deren Identitäten sich erst im Lauf des Stückes klären. Warum diese Personen auf dem Anwesen Little Paddock versammelt sind, wer das Mordopfer ist und worum es überhaupt geht – das herauszufinden ist Aufgabe von Inspektor Craddock, den Peter Hub als hartnäckigen und akribischen Menschen auszeichnet. Allmählich kommt Licht ins Dunkel – da passiert der zweite Mord, und die Zusammenhänge werden noch mysteriöser.

Wäre da nicht Miss Marple, dargestellt von einer schrulligen Angelika Scheidig, dem heimlichen Star des Abends. Im rotkarierten Kostüm, mit Feldstecher und Hütchen, das einem umgekehrten Blumentopf gleicht, ist sie immer präsent, auch wenn sie nur hinter der Zimmerdecke hervorlugt. Streng und undurchschaubar bis zuletzt Christine Hadulla als Gastgeberin des in der örtlichen Postille angekündigten Mordfalls – daher der Titel „A murder is announced„. Daneben als Schmunzelfaktor die schusselige, migränegeplagte Miss Bunny der Bettina Hümmer-Dünninger.

Vergnüglich auch der Zickenkrieg zwischen der hübsch-verführerischen Stephanie Felber (Philippa) und der bissig-düsteren Theodora Thanou (Julia). Engin Secgin als Patrick wird dabei zwischen den Fronten zerrieben. Die Spannung hält bis zum Schluss an. Wildeste Vermutungen kursieren durch das Publikum, das munter miträt, wer denn nun der Mörder sein könnte. Gegen Ende überstürzen sich die Ereignisse, und wer nicht aufmerksam hinhört, verpasst den entscheidenden Satz. Bevor die letzte Flasche ausgetrunken und die Torte mit dem bezeichnenden Namen „Köstlicher Tod“ verspeist ist, müssen noch viele Rätsel gelöst werden. Doch so viel sei verraten: Der Mörder ist nicht immer die Gärtnerin. Ein vergnüglicher Krimiabend endet mit großem Applaus für die Compagnie unter der Regie von Bernd Lemmerich.

(Schweinfurter Tagblatt)